Grafenwiesen / Grafenwiesen

Ort

Grafenwiesen
Gemeinde Grafenwiesen
Kataster-Nr. CH_GR_01
Literaturhinweise (keine)
Aufnahme

Arndt, Baierl, Breuherr, Straub

Koordinaten 49,20161 12,87953
Kategorie Erdstall sicher
Denkmal-Nummer  
Fotos Arndt, Baierl, Breuherr
Vermessung, Scan Breuherr

Erdstall Grafenwiesen, Gemeinde Grafenwiesen, Landkreis Cham

 

Der Erdstall wurde Anfang Mai 2026 beim Graben eines neuen Hausanschlusses entdeckt, am 11.05.2026 von Nikolaus Arndt und Fred Baierl aufgenommen und von Werner Breuherr gescannt und von Werner Breuherr und Jonas Straub vermessen.

 

Ort:

Grafenwiesen ist 1177 erwähnt.
(Quelle: Wikipedia, 09.05.2026)

 

Der Erdstall:

Erdstallfragment über Schacht zugänglich.

Ca. 4 m langer Gang mit zwei Lampennischen.
Schlupf ca. 45 cm nach oben.

Darüber Gangteil nach 2 m verstürzt.

 

Der Erdstall befindet sich neben dem Baudenkmal D-3-72-130-3 (Ehem. Wohnstallhaus, Satteldachbau, teilweise Blockbau mit Kniestock, Mitte 19. Jh.).

 

 

DenkmalAtlas 2.0 Luftbild

 

 

DenkmalAtlas 2.0 Lageplan

 

 

DenkmalAtlas 2.0 Hist. Karte

 

 

DenkmalAtlas 2.0 Geländemodell

 

 

Geschichtlicher Hinweis von Franz Schraml, Passau:


Der ca. 100 m nördlich des Schlosses liegende Erdstall könnte m. E. in Verbindung mit einer
Burg der Herren von Grafenwiesen, die dort vermutlich bereits im 12. Jahrhundert eine
Turmburg errichteten, gestanden haben. Von diesem Geschlecht findet sich im Jahre 1177 in
Traditionsnotizen des Klosters Reichenbach ein Siegfriedus de Gravenwisse, 1182, 1194 und
1200 ein Adilpertus de Gravenwisse als Zeugen (MB Band 27, S. 24, 34, 39, 43). Dieses
Ortsadelsgeschlecht, ursprünglich Vasalen der Markgrafen von Cham bzw. der Grafen von
Bogen, könnte auf dem Platz des heutigen Schlosses, wo es um 1200 auch eine
Schlosskapelle gegeben haben soll, ihren Stammsitz gehabt haben, bis sie gegen Ende des 14.
Jahrhunderts im Mannesstamm ausstarben und die Burg an die Hohenwarter kam. Allerdings
werden 1573 mit einem Kaufvertrag Schloss, Burgstall, Kapelle und die Hofmark
Grafenwiesen an den Pfleger von Kötzing verkauft, was bedeuten könnte, dass die erste Burg
auch an anderer Stelle in der Nähe des Platzes des heutigen Schlosses gestanden haben könnte
(vgl. Hist. Atlas, LG Kötzting, S. 53-54).

 


Historischer Atlas Bayern:

 

 

 

Was ist passiert?

 

Nikolaus Arndt von der Interessengemeinschaft Erdstallforschung erhielt am 6.05.2026 einen Anruf von Sandra Wiest vom BR. „Es könnte sein, dass man in Grafenwiesen, Schönbuchner-Str. 9 einen Erdstall entdeckt hat. Könnt ihr das anschauen, bei gleichzeitigem Drehen einer Reportage?“


Gesagt, getan. Nikolaus Arndt, Fred Baierl, Werner Breuherr und Jonas Straub trafen sich am 11.05.2026 vor Ort mit dem Team Sandra Wiest und Max Papp vom BR.
Dabei die Eigentümerfamilie Nirschl und Architekt Peter Haimerl.


Die Aufnahmen wurden im BR am 7.06.2026 in „Schwaben und Altbayern“ gesendet:
https://www.ardmediathek.de/video/schwaben-altbayern/erdstall-entdeckung-im-bayerischen-wald/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDIxNjIyQTAvc2VjdGlvbi80ZDQyN
GE2MS0zZDUzLTQ1ZmItOTgzNi0xYmRmMjlkMjFlZWI

 

 


Scan mit dem Iphone durch Werner Breuherr


https://skfb.ly/pJVBI

 

Man kann die Aufnahmen direkt anschauen!

 

Werner Breuherr, mittlerweile mit großer Erfahrung beim Scannen von Erdställen in Bayern, Österreich und Frankreich, war in Grafenwiesen dabei. Erstmals mit seiner Ausrüstung bei der Entdeckung eines Erdstalles.

 

 

Werner Breuherr beim Scannen am 11.05.2026.
Foto: Fred Baierl

 

 

 

Zwei Ergebnisse der Erdstall-Scans:

 

 

 

 

Foto vom Eigentümer Nirschl vom Loch im Boden.

 

 

 

Fotos von der Entdeckung am 11.05.2026:

 

Blick Richtung Schlupf.

Foto: Werner Breuherr

 

 

Tastnische.

Foto: Werner Breuherr

 

 


Bearbeitung:
Nikolaus Arndt
Juni 2026