Bubing / Neumarkt-Sankt Veit

Ort

Bubing
Gemeinde Neumarkt-Sankt Veit
Kataster-Nr. MÜ_NE_01
Literaturhinweise

Hubensteiner; Petermeier

Aufnahme  
Koordinaten 48,34965 12,50019

Denkmal-Nummer

D-1-7641-0026
Kategorie Erdstall sicher
Fotos (keine)
Zeichnung

siehe Anhang

Erdstall Bubing - Gemeinde Neumarkt-Sankt Veit - Landkreis Mühldorf

Der Erdstall Bubing ist im Denkmalatlas 2.0 unter der Nr. D-1-7641-0026 erfasst als Erdstall des hohen Mittelalters.


Die neuerliche Entdeckung beruht auf einem Anruf von Hans Petermeier bei Nikolaus Arndt 2018.

 

 

 

Der „neu“ entdeckte Erdstall Bubing, Neumarkt-St. Veit, Oberbayern

 

Von Nikolaus Arndt

 

Hat sich gleich spannend angehört. Der Petermeier Josef aus Oberscherm hat irgendwo meine
Telefonnummer gefunden. Ganz aufgeregt hat er mir gesagt, dass er eine Karte von einem
Erdstall in die Hand bekommen hat. Meist ist am anderen Ende der Leitung Enttäuschung zu
spüren, wenn ich sagen muss, dass das Loch im Keller oder auf der Wiese nichts mit einem
Erdstall zu tun hat. Hier ist das gleich interessant. Die Beschreibung am Telefon begleite ich,
vorm Bildschirm mit dem Blick in den Bayernatlas, dort die Historische Karte und auch das
Geländemodell. Der Josef Petermeier hat mir den Erdstallort präzise beschrieben, etwas südlich
von Bubing und der Hinweis auf aufgelassene Sandgruben. Kann den Ort gut auf den Karten
eingrenzen. Eigentlich kein Platz, wo ein Erdstall gewesen sein könnte. Die Vermessungspläne
aus der Zeit um 1820 bis 1840 sind äußerst präzise. Mit etwas Erfahrung in der lokalen
Siedlungsgenese lässt sich meist erkennen, ob das Flurbild mittelalterlich oder neuzeitlich ist.
An besagter Stelle ein einfaches Flurbild, weit und breit keine Anwesen. Dann schickt mir der
neue Forscherkollege über WhatsApp ein Foto von dem „Erdstallplan“ und dazu einen Bericht
von Benno Hubensteiner.

 

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Ausschnitt aus dem Artikel von Benno Hubensteiner mit detailliertem Hinweis
auf den Erdstall 
Bubing

 

... nicht zu diesem System gehören die unterirdischen Gänge auf der Ludwigshöhe bei
Bubing, die erst 1914 entdeckt wurden. So mancher Neumarkter kann noch von seiner
Expedition in dieses Gang-Labyrinth erzählen. Ludwig Herzog schildert uns über
dieses Gewirr von Gängen: „ Auf niedrigen Stollen, in denen man sich kniend fortbewegen
konnte, gelangte man in ein polygones Verließ mit künstlichen Sitzen an den Wänden. Der
Raum ist in Mannshöhe, die Luft gut, die Temperatur mäßig. Der Zutritt zu einem dieser
Gänge befindet sich an der Straße von Bubing nach Westen hin, rechts der Böschung. Er
wurde aus Sicherheitsgründen schon nach wenigen Tagen versperrt und dann, weil der Krieg
ausbrach, dieser interessanten Entdeckung keine Beachtung mehr geschenkt.“ Die Zugänge
wurden also verschüttet. Vor einigen Jahren haben allerdings „ die bösen Buben“ droben auf
der Ludwigshöh´ einen Zugang wi eder ausgegraben, doch konnte man nur wenige Meter
vordringen, dann war der Zugang wieder verschüttet.
Schon 1914 gi ng ein Rätselraten über die Bedeutung der Gänge los. Viele, die das Innere gar
nicht gesehen hatten, glaubten, es hätte hier ein grimmiger Räuberhauptmann mit seiner
Bande gehaust, andere hingegen vermuteten sogar, daß ein Femegericht hier
zusammengetreten wäre. Doch auch hier wird es sich um einen Zufluchtsort für unsichere
Zeiten handeln. Noch zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges mögen sich Landleute mit Kind
und Kegel hier geflüchtet haben, als Wrangels Schweden mit Mord und Brand ärger „ als die
Türken und Heyden hausten.“
1926 bestritt Dr. Förtner von München in einem Artikel über künstliche Erdhöhlen jedoch,
daß es sich bei derartigen Anlagen um Fluchtgänge handeln könne. Er erinnerte an
geheimnisvolle ägyptische Tempelbauten und stellte die kühne Behauptung auf, daß di ese
Höhlen einer religiösen Idee ihren Ursprung verdankten. Da müßten sie also schon sehr alt
sein.
Doch was will man hier beweisen? Von Rätseln umrankt, von Geheimnissen umsponnen sind
diese uralten Gänge und wohl niemand wird hier den Schleier lüften können. Es ist ein ganz
eigenartiger Zauber, der um diese düster-geheimnisvollen Gänge weht.

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Der Plan zeigt zweifelsfrei einen Erdstall. Sogar ziemlich weitläufig, insgesamt 46 m Gangsystem mit Schlupfen, Tastnischen und einer Endkammer. Die Endkammer ist dreisitzig.

 

Nikolaus Arndt, Bericht 2018

 

 

Deutsche Gaue 21, 38

 

 

Plan Erdstall Bubing, vermutlich Hans Fiedler, Neumarkt

 

 

Prof. Dr. Benno Hubensteiner (+1985), begraben in Neumarkt-St. Veit

 

 

Hist. Karte Denkmalatlas 2.0 Erdstall Bubing

 

 

Topographische Karte Denkmalatlas 2.0 Erdstall Bubing

 

 

Geländemodell Denkmalatlas 2.0 Erdstall Bubing

 

 

Neumarkter Zeitung 10.01.2019

 

 

Neumarkter Anzeiger 14.07.1914

 

 

 

Nikolaus Arndt

12.2025