Doblberg / Glonn

Ort

Doblberg
Gemeinde Glonn
Kataster-Nr. EBE_GL_01
Literaturhinweise

Der Erdstall 33, S. 5 ff

Aufnahme Dieter Ahlborn, Thomas Beilner, Peter Forster
Koordinaten

48,01078 11,87585

Denkmal-Nummer

D-1-7397-0087

Erdstall des hohen Mittelalters

Kategorie Erdstall sicher
Fotos Forster, Beilner
Zeichnungen, Pläne

Breuherr, Mittermüller

Erdstall Doblberg - Gemeinde Glonn - Landkreis Ebersberg

 

Der Erdstall wurde im Juli 2005 entdeckt, als auf einer Wiese ca. 100 m nordöstlich von Doblberg eine Kuh mit dem Fuß in den Untergrund einbrach.


Die Anlage ist in: Der Erdstall Heft 33 Seite 5 ff von Dieter Ahlborn, Thomas Beilner und Peter Forster ausführlich beschrieben.

 

 

Ort:


Doblberg ist 848 erstmals urkundlich erwähnt.
Quelle: Niedermair: Glonn und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart, 3.Auflage München 1991

 

 

Der Erdstall:


Gesamtlänge ca. 25 m, 3 Schlupfe, 4 Sitznischen, 13 Lampennischen.

 

Bodendenkmal D 1 7937-00087

"Erdstall des hohen Mittelalters, abgegangene Kirche des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit ("St. Peter in Doblberg") mit abgegangenem Mesnerhaus sowie Hofwüstung des späten Mittelalters und der Neuzeit ("Wimmer")."

 

 

Erdstall Doblberg - Luftbild

 

 

Erdstall Doblberg - Hist. Karte ca. 1830

 

 

Erdstall Doblberg - Geländemodell

 

 

Einbruchstelle

Foto: Eric Clavier, französcher Erdstallforscher

 

 

Luc Stevens, belgischer Erdstallforscher

Foto: Eric Clavier

 

 

Gangstück

Foto: Eric Clavier

 

_____________________________________________________________________ 

 

 

 

Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes
(Nikolaus Arndt; Mai 2026)

 


1. Bericht von Dieter Ahlborn in Der Erdstall Heft 33, 2007

 

 

 

2. Rahmenkonstruktion von Schlupfen

 

In „Der Erdstall“ Heft 34; S. 31 hat Dieter Ahlborn hingewiesen auf „Rahmenkonstruktionen von Schlupfen“:

 

 

 

 

3. Erste Versuche der räumlichen, graphischen Darstellung mit Personen


Der junge Graphiker Christoph Buchner aus Aldersbach hat die Erdställe Burgstall, Gde. Eging, Unterholzen, Gde. Beutelsbach, und Doblberg, Gde. Glonn, versucht bildhaft darzustellen.
Dabei hat er darauf besonderen Wert gelegt, die Größe von Menschen in die Gänge einzubeziehen und die Räumlichkeit der Erdställe visuell verständlich zu zeigen.
Erst viele Jahre später bringen die Aufnahmen von Werner Breuherr mit dem iPhone ab 2024 noch bessere 3D-Bilder.

 

(Anmerkung: Die Aufnahmen von Werner Breuherr sind noch nicht fertig und werden später eingebaut.)

 

 

 

4. Geophysikalische Untersuchungen am Doblberg durch Dr. Roland Linck vom BlfD 2011

 

Anmerkung:
Mit dem Referat Zentrallabor und Geo-Erkundung bestehen seit vielen Jahren gute Kontakte. Gemeinsam gab es Überlegungen, ob es möglich ist, Erdställe im Gelände mit geophysikalischen Methoden zu orten.
Weil vom Erdstall die Lage im Gelände durch den 2006 gebauten Zugangsschacht und den Grundriss des Erdstalls bestimmt war und der Eigentümer es durch Abmähen der Wiese ermöglichte, Untersuchungen durchzuführen, rückte Dr. Linck mit seinem Team an => siehe Bericht.

Leider konnte Dr. Linck den Erdstall, etwa 3,5 m unter der Geländeoberfläche, nicht identifizeren. Allerdings gelang es die Fundamentierung historischer, ansonsten unsichtbare Gebäudeteile zu lokalisieren.

Mit den geophysikalischen Aufnahmen konnte die in den Quellen genante Kirche mit großer Wahrscheinlichkeit lokalisiert werden.

 

 

Geophysikalische Untersuchungen im Bereich des Erdstalls von Doblberg
liefern Nachweis für die dort befindliche ehemalige Kirche

 

Autor: Dipl.-Geophys. Roland Linck (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege München)

 

Adresse:
Dipl.-Geophys. Roland Linck
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Denkmalerfassung und Denkmalforschung
Referat Siedlungs- und Kulturlandschaftsdokumentation
Geophysikalische Prospektion
Hofgraben 4 · 80539 München


Einleitung
Der Erdstall von Doblberg (Lkr. Ebersberg) liegt 100 m nordöstlich des gleichnamigen Weilers
in exponierter Lage am Hang einer eiszeitlichen Moräne. Er wurde aus dem Moränenschotter,
der mit sandigem Lehm durchsetzt ist, herausgearbeitet (Ahlborn et al., 2007). Der Boden
besteht dort aus Parabraunerde, d.h. unterhalb der obersten 40 cm aus schwach kiesigem bis
schwach tonigem Lehm liegt eine Schicht aus sandig-tonigem Lehm, die bis in 3 m Tiefe reicht.


Forschungsstand
Die Besiedelung von Doblberg geht bis ins 7./8. Jh. zurück, wie der Fund von Plattengräbern
aus dieser Zeit zeigt. Erstmalig erwähnt wird der Ort im Jahre 848. Die zugehörige Kirche
wurde 1418 geweiht und 1817 wieder zum Abbruch freigegeben. Deshalb ist sie im Gegensatz
zu den in der Nachbarschaft stehenden Gebäuden nicht im Urkataster verzeichnet und ihre
genaue Lage ist bisher unbekannt. Anfang des 19. Jh. bestand der Ort aus dem 1856
abgebrochenen Mesner-Anwesen und dem in der zweiten Hälfte des 20. Jh. abgebrannten
Wimmer-Anwesen. Im Juli 2005 wurde der angesprochene Erdstall entdeckt, nachdem eine
Kuh dort in ein Loch eingebrochen war. Ursache ist die Abtragung der Hügelkuppe um
mindestens einen Meter zur besseren Nutzbarkeit als Weide. Der Hohlraum lag deshalb nahe
an der Oberfläche. Im Anschluss daran wurde das Erdstallfragment durch den „Arbeitskreis
Erdstallforschung“ genauer untersucht. Es ist Südwest-Nordost ausgerichtet und besitzt eine
Gesamtlänge von 25 m mit drei Schlupflöchern. Die Gangprofile sind rundbodenförmig, der
Hauptgang ist 0,6 m breit und im Schnitt 1,1 m hoch (Abb. 1). Da weder der Originalzugang
noch ein Schacht zum Abtransport des Abraummaterials gefunden wurden, muss sich der
Erdstall im Untergrund noch weiter fortgesetzt haben (Ahlborn et al., 2007). Die Zielsetzung
der geophysikalischen Untersuchungen war somit die Suche nach weiteren Teilen des Erdstalls
und den bisher unbekannten Fundamenten der Kirche.


Methodik
Magnetik
Die Magnetometerprospektion beruht auf der Messung der Anomalien archäologischer
Befunde im Erdmagnetfeld. Es können deshalb insbesondere Gräben, Pfostengruben und
verbrannte Strukturen erfasst werden. In jedem Fall muss ein genügend hoher magnetischer
Kontrast zwischen dem Befund und dem Umgebungsmaterial vorliegen. Dieser wird meist
durch entweder Hitzeeinwirkung, wie z. B. Feuer, sedimentativer Verfüllung von Gräben oder 

Gruben oder bei organischen Prozessen von magnetischen Bakterien erzeugt (Fassbinder et
al. 1990; Fassbinder & Stanjek, 1993; Fassbinder, 1994). Die Magnetik stellt momentan die
schnellste und kostengünstigste Methode dar, um ein hochaufgelöstes Abbild der
untertägigen Archäologie zu erstellen (Fassbinder & Gorka, 2009).
Für die Messung wird von uns das Cäsium-Magnetometer Scintrex Smartmag SM-4G Special
verwendet (Abb. 2a). Dieses Gerät misst das erdmagnetische Totalfeld und hat aufgrund
dessen die für die archäologische Prospektion nötige Empfindlichkeit von ± 0,01 nT. Zum
Vergleich: das Erdmagnetfeld in unseren Breiten hat eine Stärke von ca. 48.000 nT und ist
somit fünfmillionenfach höher. Durch die volle Ausnutzung dieser Empfindlichkeit können
archäologische Strukturen bis in 3 m Tiefe aufgelöst werden.


Bodenradar
Das Bodenradarverfahren beruht auf der Ausbreitung und Reflexion von elektromagnetischen
Wellen im Boden. Ein Teil des ausgesandten Signals wird an Strukturänderungen und
Störkörpern im Boden reflektiert und kann vom Gerät wieder aufgezeichnet werden. Über die
Laufzeit im Boden ist somit eine Aussage über die Tiefe der archäologischen Befunde möglich.
Dies gelingt mit Hilfe der Magnetik nur bedingt. Insgesamt ergibt sich somit ein
röntgenähnliches Abbild des Untergrundes (Conyers, 2004).
Die verwendete Messkonfiguration besteht aus dem Messgerät GSSI SIR-3000 und einer 400
MHz-Antenne (Abb. 2b). Damit sind bei geeignetem Boden eine Eindringtiefe von bis zu 3 m
und eine Auflösung der Befunde im Dezimeterbereich möglich (Daniels, 1996). Abhängig ist
die erreichbare Tiefe jedoch stark vom Feuchtigkeitsgehalt des Bodens. Dabei lassen sich
bessere Ergebnisse bei trockenem Boden erzielen, da kein so großer Teil der
elektromagnetischen Wellen vom Wasser absorbiert bzw. bereits in oberflächennahen
Schichten zurückreflektiert wird (Linck, 2009).
Das Bodenradar eignet sich besonders für Steinstrukturen oder Hohlräumen, da bei diesen
der größtmögliche Kontrast zwischen Archäologie und Umgebung vorliegt.
Weitere Vorteile des Bodenradars zu den Verfahren sind die Unabhängigkeit von
Bodenversiegelung und nahegelegenen technischen Störungen, sodass auch auf asphaltierten
Straßen und innerhalb von Gebäuden eine Messung möglich ist (Linck, 2009).

 

Messergebnis
Aufgrund der zu erwartenden archäologischen Befunde und deren Tiefe haben wir uns
entschlossen, eine Magnetometer- und Radarprospektion durchzuführen. Während sich
letztere auf das Areal der Hügelkuppe beschränkte, dehnt sich die Magnetikmessfläche etwas
darüber hinaus aus, um auch weiter entfernte Befunde zu lokalisieren.
Relativ deutlich zeichnen sich beim Radar in den Tiefenscheiben zwischen 30 und 70 cm die
Umrisse des ehemaligen Mesner-Anwesens ab. Nur der südliche Teil davon fehlt, da er
außerhalb der Messfläche liegt (Abb. 3 & 5). Im Inneren ist ein Bereich hoher Reflektivität
erkennbar, der mit einem Estrichrest erklärt werden kann. Da das Messareal in dieser Richtung
abfällt und bei unserer Messanordnung keine Topographiekorrektur möglich ist, entsteht der
Eindruck, der östliche Teil läge tiefer als der westliche (Abb. 3). Im Norden scheint sich noch
ein Anbau an das Gebäude befunden zu haben. Nördlich des Mesner-Anwesens lassen sich
weitere Mauerreste zwischen 30 und 60 cm Tiefe lokalisieren. Da dort im Urkataster keine
Gebäude kartiert sind, muss es sich um die lange gesuchte Kirche handeln. Diese Vermutung
wird noch dadurch gestärkt, dass sich im Osten eine Apsis abzeichnet. Nahe der Apsis ist ein
Anbau sichtbar, der entweder als Turmfundament oder Sakristei gedeutet werden kann. Die
rechteckige dunkle Struktur in der Mitte der Messfläche stellt die Betonplatte dar, mit der das
Einbruchs- und heutige Zugangsloch in den Erdstall abdeckt ist. Eigentlich sollte sich der
Erdstall im Bodenradar sehr gut abzeichnen, da er einen luftgefüllten Hohlraum aufweist und
damit einen hohen Reflexionskoeffizienten besitzt. Der Verlauf nahe der Einstiegsstelle ist aus
den Untersuchungen des Arbeitskreises bekannt. Aber bereits dort lassen sich keine Spuren
eines Hohlraumes im Messbild ausmachen. Der Grund dafür liegt in der Bodenbeschaffenheit,
die nur ein Eindringen der Radarwellen bis in ca. 1 m Tiefe ermöglicht. Darunter werden die
Wellen vollständig absorbiert. Dies reicht aber nicht aus, um den deutlich tiefer liegenden
Erdstall aufzulösen.


Das Magnetogramm wird durch den eisernen Deckel der Abdeckung des Einstiegslochs stark
gestört. Aber auch hier ist kein weiterer Hinweis auf den Erdstall erkennbar, da der Hohlraum
keinen Magnetisierungskontrast zum Umgebungsmaterial hinterlässt. Von den Gebäuden
sind das Mesner- und zusätzlich das Wimmer-Anwesen mit jeweils einigen Nebengebäuden,
die auch im Urkataster kartiert sind, identifizierbar (Abb. 4 & 5). Aufgrund der teilweise sehr
starken Anomalien ist davon auszugehen, dass die Gebäude wie überliefert abgebrannt sind

und dann teilweise bis auf Reste des Brandschuttes abgetragen wurden. Deshalb ist im
Bodenradar auch nur wenig von der Inneneinteilung des Anwesens zu sehen. Im Süden sind
noch die alte Zufahrt, die Begrenzungsmauer und ein ebenfalls im Urkataster verzeichneter
runder Brunnen detektierbar (Abb. 5). Die Reste der Kirche im Norden der Messfläche werden
hingegen von einer starken magnetischen Anomalie überlagert und sind deshalb nicht
erkennbar.


Zusammenfassung
Mit Hilfe der vorgestellten geophysikalischen Messungen ist es möglich, die bereits aus alten
Karten bekannten Gebäude der beiden Anwesen von Doblberg zu lokalisieren. Eine
Dokumentation der Fortsetzung des Erdstalls gelingt jedoch aus methodischen Gründen nicht.
Sensationell ist hingegen, dass nach langer Zeit endlich die zu Ort und Erdstall gehörende
Kirche lokalisiert werden konnte. Denn da diese bereits zu Zeiten der Uraufnahme am Beginn
des 19. Jh. nicht mehr existierte, war es bisher nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen.
Die Tiefenscheiben des Bodenradars zeigen nun deutlich, wo sich die noch vorhandenen
Mauerreste der Kirche im Boden befinden.


Referenzen
Ahlborn, D., Beilner, T., Forster, P. (2007): Der Erdstall von Doblberg, Gemeinde Glonn,

Landkreis Ebersberg. – Der Erdstall 33: S. 5-14.

Fassbinder, J.W.E. (1994): Die magnetischen Eigenschaften und die Genese

ferrimagnetischer Minerale in Böden im Hinblick auf die magnetische Prospektion

archäologischer Bodendenkmäler. Verlag Marie Leidorf (Rahden).

Fassbinder, J.W.E., Stanjek, H., Vali, H. (1990): Occurrence of magnetic bacteria in soil. –

Nature 343: S. 161-163.

Fassbinder, J.W.E., Stanjek, H. (1993): Occurrence of bacterial magnetite in soils from

archaeological sites. – Archaeologia Polona 31: S. 117-128.

Fassbinder, J.W.E., Gorka, T. (2009): Beneath the desert soil - archaeological prospecting

with caesium magnetometer. – in: Reindel, M., Wagner, G.A. (Hrsg.): New
technologies for archaeology. Multidisciplinary investigations in Palpa and Nasca,
Peru. Springer Verlag (Heidelberg, Berlin): S. 49-69.

Conyers, L.B. (2004): Ground-Penetrating Radar for Archaeology. – AltaMira Press (Lanham):

203 S.

Daniels, D.J. (1996): Surface-Penetrating Radar. – in: Radar, Sonar, Navigation and Avionics

Series 6. – The Institution of Electrical Engineers (London): 314 S.

Linck, R. (2009): Adaption und Optimierung eines Bodenradargerätes für die

geophysikalische Prospektion in der Archäologie. – unveröffentlichte Diplomarbeit
am Institut für Geo- und Umweltwissenschaften der Ludwig-Maximilans-Universität
München: 127 S.


Abbildungen
Abb. 1: Doblberg. 3D-Aufnahme der bekannten Teile des Erdstalls mit dem modernen

Einstieg und den Schlupflöchern zwischen den einzelnen Gangteilen (© Arbeitskreis
Erdstallforschung, 2012).

Abb. 2: Doblberg. Fotos der geophysikalischen Untersuchungen durch das BLfD.

(a) Magnetometerprospektion, (b) Bodenradarprospektion (Fotos: Roland Linck, 2011).

Abb. 3: Doblberg. Ausschnitt aus den Tiefenscheiben des Bodenradar. Die Überreste der

Kirche sind am linken oberen Bildrand erkennbar. GSSI SIR-3000 mit 400 MHz-
Antenne; Messpunktabstand: 2 x 25 cm; Größe der Messfläche: 27 x 40 m (©
Roland Linck, 2011).

Abb. 4: Doblberg. Magnetogramm der Fläche mit den ehemaligen Anwesen des Ortes sowie

den Verdachtsflächen für die Fortsetzung des Erdstalls und der Kirche. Cäsium-
Magnetometer Scintrex Smartmag SM4G-Special, Duo-Sensor-Anordnung,
Dynamik: ± 25 nT, Empfindlichkeit: ± 0,01 nT, Messpunktabstand: 0,25 x 0,25 m,
40m-Gitter, Auswertung als Quadratenmittel (© Roland Linck & Florian Becker,
2011).

Abb. 5: Doblberg. Digital geführter Plan der Messergebnisse der geophysikalischen

Untersuchungen. Farbcodierung: rot = Befunde der Magnetik, orange = Befunde
des Bodenradars (© Roland Linck, 2011).

 

Abb. 1: Doblberg. 3D-Aufnahme der bekannten Teile des Erdstalls mit dem modernen
Einstieg und den Schlupflöchern zwischen den einzelnen Gangteilen

(© Arbeitskreis Erdstallforschung, 2012).

 

Abb. 2: Doblberg. Fotos der geophysikalischen Untersuchungen durch das BLfD.

(a) Magnetometerprospektion, (b) Bodenradarprospektion

(Fotos: Roland Linck, 2011).

 

Abb. 3: Doblberg. Ausschnitt aus den Tiefenscheiben des Bodenradar. Die Überreste der
Kirche sind am linken oberen Bildrand erkennbar. GSSI SIR-3000 mit 400 MHz-
Antenne; Messpunktabstand: 2 x 25 cm; Größe der Messfläche: 27 x 40 m

(© Roland Linck, 2011).

 

Abb. 4: Doblberg. Magnetogramm der Fläche mit den ehemaligen Anwesen des Ortes sowie
den Verdachtsflächen für die Fortsetzung des Erdstalls und der Kirche. Cäsium-
Magnetometer Scintrex Smartmag SM4G-Special, Duo-Sensor-Anordnung,
Dynamik: ± 25 nT, Empfindlichkeit: ± 0,01 nT, Messpunktabstand: 0,25 x 0,25 m,
40m-Gitter, Auswertung als Quadratenmittel

(© Roland Linck & Florian Becker, 2011).

 

Abb. 5: Doblberg. Digital geführter Plan der Messergebnisse der geophysikalischen
Untersuchungen. Farbcodierung: rot = Befunde der Magnetik, orange = Befunde
des Bodenradars

(© Roland Linck, 2011).

 

 

 

5. Ergänzung des Planes der geophysikalischen Aufnahme von Dr. Linck

 

Nikolaus Arndt hat den oben angeführten Plan von Dr. Linck ergänzt um weitere Teile einer Kirche.
Außerdem wurde dabei auch der eingemessene Erdstall in diese Planunterlage eingefügt.


Anmerkung:
Ggf. sollte die betonierte Bodenplatte um den Schachtdeckel nochmals exakt mit den xyz-Koordinaten bestimmt werden.

 

 

 

 

6. C14-Datierung


Zum Erdstall Doblberg liegt, wie bei einer Reihe weiterer Erdställe in Deutschland, Österreich und Frankreich, eine C14-Datierung vor.


Anmerkung:
Sämtliche bisher vorliegenden C14-Datierungen werden den einzelnen Erdställen im Kataster zugeordnet. Zusätzlich wird in einer separaten Zusammenfassung das Ergebnis der vorliegenden Untersuchungen analysiert, dabei versucht, das Alter der Erdställe zu bestimmen.

 

 

Der Erdstall 38, S. 61

 

 

 

 

7. Die Nachricht aus Melbourne


Mit Oliver Lauw habe ich beim Bau der A 94, Isentalautobahn in leitender Position einige Jahre zusammengearbeitet. Mittlerweile ist er in der Führungsebene eines Tunnel-Großprojekts in Melbourne tätig. Weil er, wohl als einer der ganz wenigen Menschen in Australien, von den Erdställen Kenntnissen hat und ihm sein Sohn ein Bilderbuch zeigte, hat er mir 2025 dieses Photo geschickt.

Die in dem Buch erwähnte „Beate Greithanner“ ist mit ihrem Mann die Besitzerin des Erdstalls in Doblberg. Die Familie Greithanner hat die Entdeckung und alle folgenden Forschungen bestens unterstützt.

„The Big Book of Mysteries“ (ISBN 978 1 78800 981 2)

 

Anmerkung:
Das Buch ist in vielen Sprachen erschienen.

 


Die Mitteilung an Familie Greithammer und eine kurze Pressemitteilung hat zu einem Pressebericht der Ebersberger Zeitung vom September 2025 geführt:

 Zeitungsbericht Ebersberger Nachrichten 9.2025

 

 

8. Zusammenfassung

 

Der Erdstall Doblberg ist ein hochinteressanter Fund. Es wurde auf vielen Ebenen geforscht. Wir wissen mittlerweile das ungefähre Entstehungsdatum im Hochmittelalter.

 

Man hat die Lage neben einer Kirche mit geophysikalischen Methoden verifiziert. Die Graphik läßt die Größenverhältnisse mit einem Menschen, der sich dort bewegt, erkennen. Nicht endgültig geklärt werden konnte, ob dort auch, wie häufig anderorts feststellbar, sich eine befestigte hochmittelalterliche Burganlage befand.

 

Weltweit ist der Erdstall in dem oben genannten Buch bekannt geworden.


Es steht noch der Laserscan des Gangsystems aus.

 

 

 

Nikolaus Arndt
Mai 2026